
Einladung zum Frühschoppen

Gartenfreunde am Bornmuehlenweg
Schrebergartenverein KGV 627
Die Pflanze Helianthus tuberosus, die unter vielen verschiedenen Namen bekannt ist, wie z.B. Langer Heinrich oder Kleine Sonnenblume, gehört zur Familie der Korbblütler. Im September öffnet sie ihre auf bis zu 3 m hohen Stängeln sitzenden gelben sonnenblumenartigen Blütenköpfe und entfaltet ihr leuchtendes Feuerwerk zum Ausklang des Sommers. Wenn andere Blumen schon lang verblüht sind, gibt diese Pflanze noch mal alles und verwandelt den Garten in ein warm gelb leuchtendes Blütenmeer.
Helianthus tuberosus stammt ursprünglich aus den USA und Kanada und gilt in Europa als Neophyt, d.h. die Pflanze ist nicht heimisch und wurde eingeführt. Sie breitet sich auch außerhalb von Gärten entlang von Wasserläufen in den Tieflandregionen Deutschland aus. Durchlässige, lockere bis sandige aber feuchte Böden in sonniger bis halbschattige Lage werden bevorzugt.
Die Blätter werden oft von Mehltau befallen. Das passiert aber meist erst nach der Blüte, wenn schon der Winter vor der Tür steht und die oberirdischen Teile der Pflanze ohnehin absterben. Die Knollen überstehen die kalte Jahreszeit unbeschadet in der Erde und treiben im nächsten Jahr wieder aus. Es reichen schon kleine Wurzelteile in der Erde und im nächsten Jahr wächst daraus eine 2-3 Meter hohe Pflanze. Helianthus tuberosus breitet sich an Standorten, die ihr zusagen, zuverlässig und teilweise schon fast aggressiv aus. Nur Wühlmäuse, die sehr gern an den Knollen knabbern, können die Entwicklung der Pflanze beeinträchtigen.
Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Wurzeln der Pflanze auf Märkten oder im Gemüsehandel unter dem Namen Topinambur angeboten werden. Die Bezeichnung Topinambur verweist angeblich auf einen brasilianischen Indianerstamm, deren Stammesgebiet irrtümlich als Herkunftsgebiet des Topinamburs angesehen wurde. Die Knollen bilden sich aber erst richtig stark aus, wenn man verhindert, dass die Pflanze blüht. Der Geschmack von Topinambur ähnelt dem von Süßkartoffeln. Das enthaltene Inulin kann jedoch nicht vom menschlichen Verdauungssystem verwertet werden und dient daher als Ballaststoff. Durch Vorbehandlung mit leichten Säuren und Erhitzen kann es aber auch in verdaulichen Zucker umgewandelt werden, was zu einem süßlichen Geschmack der Knollen führt.
Workshop 27.08.2023 mit Michael Bergholz
Wir alle wünschen uns prächtige Pflanzen und Blumen in unseren Gärten. Doch zeitweise ist diese Idylle bedroht.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, noch nie waren die Sommer so heiß wie heute. In den 80er Jahren gab es Sommer, ohne einen einzigen Tag über 20 Grad. In einem durchschnittlichen Juli zwischen 1960 und 1990 lagen die Temperaturen bei 16,8 °C (durchgezogene waagerechte Linie im folgenden Diagramm). Der Niederschlag lag bei durchschnittlich 80 cm auf den Quadratmeter.
Quelle: DWD
Wenn man sich dagegen den diesjährigen Juni anschaut, zeigt sich ein anderes Bild. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 19 °C. Es gab eine sehr lange Trockenperiode und zwei sehr starke Regenfälle.
Quelle: DWD
Das Wetter hat sich komplett geändert, obwohl sich die Jahresmitteltemperatur in Hamburg „nur“ von 8,6 (Periode 1960 – 1990) auf 9,7 Grad (Periode 1990-2020) erhöht hat. Warme und trockene Sommer hatten wir schon immer, sie werden nur immer häufiger und die Entwicklung geht immer weiter. Jetzt ist unser Klima ähnlich wie früher in Köln. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird die Jahresmitteltemperatur in 100 Jahren bei 12,7 Grad liegen. Dann wären wir in Südwestfrankreich oder weiter.
Es fällt auf, dass es lange Trockenperioden gibt und Phasen mit viel Niederschlag und häufigerem Starkregen. Wenn sich dieses Muster verstetigt, beginnt der Sommer früh, lange Hitzeperioden wechseln sich mit kurzen kühleren Phasen ab, es gibt oft Starkregenereignisse. Im September wechselt es dann, häufig nach besonders starken Niederschlägen in einen milden Herbst.
Die Winter sind meist mild, mit viel Regen. Hierfür brauchen wir eine gute Drainage. Die Frühjahre werden oft trocken sein, mit spätem Frost. Der April ist bereits jetzt der trockenste Monat. Wir brauchen also Speichermöglichkeiten.
Wie halten wir also das Wasser in unseren Gärten? Wie können unsere Wasserreserven geschont werden und als Trinkwasser erhalten werden? Klar ist, ganz ohne Trinkwasser werden wir nicht auskommen, aber es sollte möglichst wenig davon verbraucht werden. Eine Zisterne geht nicht, aber ein paar mehr Tonnen vielleicht?
Mit ein paar Wassertonnen, die an die Regenrinne der Laube angeschlossen werden, kann Wasser aufgefangen werden. Um das ablaufende Wasser vom mitgebrachten Staub vom Dach zu reinigen, brauchen wir z. B. nur einen Nylonstrumpf als Filter.
In unserer Gartenanlage haben wir Glück, der Boden hat einen hohen Lehmanteil, ist manchmal fast tonig und tiefgründig. Feuchtigkeit hält sich länger als auf der Geest. Dennoch wird es in Hitzeperioden manchmal notwendig, Beete mit Wasser zu versorgen.
Statt einer teuren und energieaufwendigen Bewässerung von Beeten (z.B. per Tropfschlauch), kann man auch einfach Grasschnitt als Mulchschicht auf die Beete ausbringen.
Bild: Public Domain CC0 (https://www.rawpixel.com/image/6075151/plants-raised-bed-garden)
Mulchen mit Rasenschnitt ist ein gutes Mittel, mit dem wir das Verdunsten verhindern, Bodenlebewesen, Mykorrhiza, Bakterien und Regenwürmer in den oberen Wasserschichten halten.
Ich empfehle, das einmal auszuprobieren. Gerade am Anfang des Sommers ist genug Rasenschnitt da.
Hier ein Filmtipp dazu: https://www.youtube.com/watch?v=oQzWXSGcxlc
Am 02.09.2023 findet wieder unser alljährliches Kinder- und Sommerfest statt. Es gibt tolle Aktivitäten und Überraschungen für alle Kinder und abends Speis und Trank für alle Gartenfreundinnen und Gartenfreunde.
Meldet euch bitte unter Angabe der Teilnehmerzahl (Kinder, Erwachsene) bis 18.08.2023 an.
Die Gurke stammt, anders als ihre Verwandten Kürbis und Zucchini, die vom amerikanischen Kontinent stammen, ursprünglich aus Asien, genauer gesagt, aus Indien. In Nordindien wurde vor tausenden von Jahren aus Wildpflanzen mit kleinen bitteren Früchten eine Kulturpflanze mit essbaren grünen, knackigen und milden Früchten gezüchtet.
Im Mittelalter gelangte die Pflanze nach Europa. Doch ihre tropische Herkunft macht den Anbau in unseren Breiten manchmal schwierig. Die Pflanze benötigt zwar Wärme, mag aber keine trockene Hitze und braucht viel Wasser. Gurken vertragen auch keine starken Temperaturwechsel. Selbst ein Wetterumschwung kann zum Welken von Trieben führen. An warmen Tagen sollte die Pflanze nie mit kaltem Leitungswasser gegossen werden. Beim Gießen sollten die Blätter auch möglichst nicht nass werden. Da die Gurkenpflanze keinen Frost und keine kalten Winde verträgt, darf sie erst nach den Eisheiligen ins Freie oder wird meist gleich im Gewächshaus kultiviert. Als Starkzehrer benötigen Gurkenpflanzen nährstoffreichen Boden mit reichlich Kompost. Manche Ratgeber empfehlen auch, Pferdemist ins Beet zu geben, damit die Pflanzen auch von unten gewärmt werden.
Die Gurke zählt zu den Rankpflanzen, weshalb man sie möglichst an einem Gerüst oder Rankgitter anbaut.
Manchmal kann es passieren, dass die Gurken bitter werden. Diese Bitterstoffe sind, anders als bei Pflanzen wie z.B. Chicorée, giftig und sollten nicht verzehrt werden. Warum Gurken bitter werden, kann verschiedene Ursachen haben, ist aber immer auf Stressfaktoren wie Kälte, Hitze oder Trockenheit zurückzuführen. Auch starke Temperaturkontraste zwischen Tag und Nacht können zu bitteren Gurken führen.
Fotos von links oben im Uhrzeigersinn: Sheila Brown (CC0 public domain); Zul Sulong; Sheila Brown (CC0 public domain) und Julia Schwab.
Keine andere Pflanze gehört so sehr zum Juni und blüht so prächtig wie die Rose. Die Königin der Blumen ist so vielfältig und wie kaum eine andere Blume mit Mythen und Symbolik aufgeladen. So steht sie für Liebe, Schönheit und Reinheit, aber auch für Vergänglichkeit, Schmerz und Tod. Im germanischen Raum wurden Rosen oft auf Gräber gepflanzt. Beim Verschenken von Rosensträußen können mithilfe der Blütenfarben unterschiedliche Gefühle zum Ausdruck gebracht werden. So stehen z.B. dunkelrote Rosen für Leidenschaft, rosa Rosen für Dankbarkeit und Freude und gelbe Rosen hingegen können unter gewissen Umständen auch als Ausdruck schwieriger Verhältnisse gedeutet werden. Aber die Pflanze findet nicht nur Verwendung in der Floristik und Gartengestaltung, sondern auch für Kosmetik und Parfüm, Gebäck, Süßspeisen, Tee oder als Arzneimittel. Es werden Wildrosen und Kulturrosen unterschieden.
Wildarten sind in der gemäßigten Zone der nördlichen Hemisphäre und in tropischen Gebirgen heimisch. Niedrige Temperaturen bewirken bei allen Sorten die Knospenbildung. Wie es sich wahrscheinlich inzwischen herumgesprochen hat, besitzen Rosen aus botanischer Sicht Stacheln statt, wie oft umgangssprachlich gesagt, Dornen.
Wildrosen zeichnen sich durch zahlreiche kleine Stacheln aus, wohingegen Zuchtformen oft breite Stacheln mit zurückgebogener Spitze haben. Die bekannteste und am häufigsten verwendete Wildrose ist die Hundsrose (Rosa canina). Wildrosen kreuzen sich leicht untereinander und sind deshalb Grundlage für die Züchtung von Kultur- bzw. Gartenrosen.
Die Kulturrosen sind im Vergleich zu ca. 250 Wildarten deutlich in der Überzahl. Menschen züchten bereits seit 2700 Jahren Rosen und haben dadurch weit über 30.000 Sorten hervorgebracht. Die frühen Gartenformen stammen von der duftenden und gefüllten Damaszenerrose (Rosa x damascena) ab, die aus der Essigrose (Rosa gallica) und der Moschussrose (Rosa moschata) hervorgegangen ist. Im Gebiet des heutigen Irak wurden Damaszener Rosen für die Herstellung von Rosenwasser angebaut. Auch die Römer bauten Rosen als Nutzpflanzen an und verwendeten dabei vermutlich die in Süd- und Südosteuropa verbreitete Essigrose (Rosa gallica).
Die Kulturrosen werden wiederum in alte und moderne Rosen unterteilt. Alte Rosensorten wurden bereits vor 1867 kultiviert. 1867 entstand die erste Teehybride (Edelrose) durch Einkreuzung asiatischer Arten, die als Teerosen bezeichnet werden. Dieses Datum gilt als Ausgangspunkt für die modernen Rosen. Teerosen brachten gelbe Farbtöne und hübsche Knospen und eine dauerhafte Blüte mit. Allerdings wurden Rosen durch die Einkreuzung von Teerosen auch anfälliger für Krankheiten, weniger winterhart und verloren teilweise ihren Duft.
Wer ein paar wenige Regeln bei der Rosenpflege beachtet, kann sich immer über prächtige Pflanzen freuen:
Honigbienen werden oft fälschlicherweise mit dem Insektensterben in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zu den tatsächlich gefährdeten Wildbienen sind Honigbienen (Apis mellifera) aber nicht vom Aussterben bedroht, sondern vielmehr ein Nutztier des Menschen wie Hühner, Kühe oder Schweine.
Ein Bienenvolk wird von einem Imker in einer Holz- oder Styroporkiste untergebracht, in die Rähmchen mit sogenannten Mittelwänden aus Wachs eingehängt werden. Ausgehend von diesen Mittelwänden bauen die Bienen ihre absolut symmetrischen, sechseckigen Waben, in denen sie Nektar oder Pollen einlagern oder in denen die Königin ihre Eier ablegt.
Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, die als einzige in der Lage ist, Eier zu legen und damit das Volk zu vermehren. Der Rest eines Bienenvolkes besteht zum größten Teil aus weiblichen Bienen, den sogenannten Arbeiterinnen. Im Frühjahr sind auch männliche Bienen, die sogenannten Drohnen, im Stock zu finden. Ein Bienenvolk umfasst je nach Jahreszeit 8.000 – 40.000 Individuen. Im Winter ist das Volk klein und kompakt, um gemeinsam der Kälte zu trotzen. Im Mai und Juni sind die Völker am größten, um genügend Vorräte in den Stock eintragen und als Vorrat einlagern zu können.
Ein Bienenvolk entwickelt sich in der ersten Jahreshälfte rasant. Besonders stark vermehrt es sich, sobald Trachtpflanzen wie Kirsche und Raps in voller Blüte stehen und dabei große Mengen an Nektar produzieren. Zu dieser Zeit legt die Königin bis zu 2000 Eier am Tag und dementsprechend viele junge Arbeiterinnen schlüpfen jeden Tag. Da wird es schnell zu eng im Stock und ein Teil der Bienen entwickelt den Wunsch, den Stock zu verlassen. Dieser sogenannte Schwarmtrieb gehört zum natürlichen Verhalten der Bienen und dient der Vermehrung und Ausbreitung der Art. Es ist also ganz natürlich, dass sich ein Teil der Arbeiterinnen mit der alten Königin auf den Weg macht und den Stock verlässt. Der Imker kann durch Erweiterung des Bienenstocks dem Schwarmtrieb entgegenwirken, schaff es aber nicht immer, das Ausfliegen eines Teils des Volkes zu verhindern.
Haben die Bienen einmal den Entschluss gefasst, werden alle Vorbereitungen zum Auszug getroffen. Dazu gehört neben dem Einstellen der Bautätigkeit vor allem das Anlegen der sogenannten Schwarmzellen. Das sind große Brutzellen, in denen sich das Volk eine neue Königin heranzieht. Kurz bevor eine neue Königin schlüpft, saugen sich die Bienen mit Nektar als Proviant voll und die alte Königin verlässt mit einem Teil der Arbeiterinnen den Stock. Die Luft ist dann voller Bienen, was oft bedrohlich wirkt, jedoch meist harmlos ist, da die Bienen in dem Moment ganz andere Sorgen haben, als auf Menschen loszugehen und zu stechen. Meist sammeln sich die Bienen recht schnell in einem nahegelegenen Baum oder Gebüsch und bilden eine Traube um die Königin. Von dort kann der Imker den Schwarm wieder einfangen und in einem leeren Stock unterbringen. Aber auch jeder andere, der den Bienenschwarm entdeckt, kann ihn mitnehmen. Das ist aber nur Personen mit Vorerfahrung im Imkern zu empfehlen, da es bei der Bienenhaltung doch einiges zu beachten gibt. Am besten, man meldet einen Schwarm beim örtlichen Imkerverein. Dort gibt es meist eine Person, die auf solche Fälle spezialisiert ist und sich dann darum kümmert.
In freier Wildbahn ist ein Bienenvolk oft nicht in der Lage, den Winter zu überstehen. Gründe sind das Fehlen geeigneter Nistmöglichkeiten, wie z.B. geräumiger Baumhöhlen, sowie der Befall mit Varroa Milben, der ein Volk mit der Zeit töten kann. Das zeigt einmal mehr die Abhängigkeit der Honigbiene vom Menschen. Wobei der Mensch aber in gleichem Maße bei der Bestäubung von Nutzpflanzen und der Honigproduktion abhängig von den Honigbienen ist.